Dankbarkeit aus der tiefsten Tiefe der Seele und des Herzens

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Dankbarkeit ist ein viel besprochenes und beschriebenes Thema.

Selbst ich hab schon mal über Dankbarkeit gebloggt. Und trotzdem tu´ich es heut wieder. Ganz bewußt.

Ich wohne in Niedersachsen. Im Landkreis Gifhorn. Manchem ist es möglicherweise in den Nachrichten begegnet, dass über dem Kreis gestern ein schweres Unwetter nieder gegangen ist.

Ich habe hier schon einige erlebt, das erste an das ich mich erinnere, überstand ich auf dem Arm meiner Mutter mit 4 Jahren. Doch eigentlich lebe ich in einer an einer Wettergrenze, einer Schneise…rings um mich herum mag die Welt untergehen, mein kleiner Wohnort blieb oft verschont oder bekam nur Ausläufer am Rande mit. Nicht so gestern.

Ich war auf dem Nachhauseweg von einer Einweihungsfeier. Ich war mit einem komischen Gefühl im Bauch aufgebrochen. Ich wollte Heim zu meinen Kindern obwohl ich ein an sich sehr geselliger Mensch bin und meine Kinder in einem Alter, wo man sie auch für mehrere Stunden mal allein lassen kann.

Für eine Strecke von 25 min brauchte ich gestern eine volle Stunde.

Eine Stunde die mir heut noch nachhängt.

Kurz vor meinem Heimatort wurde es plötzlich dunkel. Richtig bedrohlich wirkendes Nachtschwarz zog sich von jetzt auf gleich mit einem riesigen Sturm über mir zusammen. Erste Oberarmdicke Äste flogen mir in meinem Auto um die Ohren und das ein oder andere Mal hab ich mich gefragt, ob ich mir nun gerade den Unterboden des Wagens aufgerissen hätte, aber das alles sollten nur Vorboten gewesen sein. Als ich auf die letzte große Kreuzung zu fuhr, war die Ampelanlage durch einen Baum schon außer Betrieb.

Ich bog ab…mußte nun etwa 3 km durch ein Waldstück. Vor lauter Regen und Sturm war die Sicht schon äußerst eingeschränkt. Dann auf einmal vor mir, viele Warnblinkanlagen von Autos. Bäume, kleine und größere, Teile, dicke Äste, Wurzeln lagen auf der Straße. Ein paar junge Männer waren wagemutig dabei, die Straße so davon zu befreien, dass ich weiter fahren konnte und zeigten mir an, bloß im Auto zu bleiben. Ich wartete, bis sie mich durchwinkten und brüllte ein DAAANKEEEE durch den Sturm, der meine Stimme verschluckte.

Ich tastete mich mit meinem Wagen weiter heimwärts. Mitten in meinem Wohnort steht ein Denkmal und dahinter eine riesige alte Eiche…mit einem Mal ein Geräusch, dass ich nur als einen lauten Knall beschreiben kann und rums: Genau vor meinem Auto kam ein oberschenkeldicker Ast und „Kleinzeug“ herunter. Ich riß das Lenkrad herum, bretterte über die Bordsteinkante (meine armen Felgen…., dass rumpelt auch mit 40 km/h ziemlich heftig) und kaum, dass ich mich von dem Schreck erholt hatte kamen mir auf Höhe meiner Windschutzscheibe 2 riesige Terrakottatöpfe samt Bepflanzung entgegegen, denen ich erneut im letzten Moment ausweichen konnte, in dem ich über den Parkplatz des hiesigen Altenheims pflügte.

Kurz und gut: Ich schlich also zitternd mit meinem alten Autochen (sie heißt möpmöp) heimwärts und schaffte es unversehrt und nur mit einem riesigen Schreck in den Gliedern bei meinen Kindern anzukommen.

Nun sind fast 24 Stunden vergangen. Meine Tatkraft hat sich heut verabschiedet. Entwieder fühl ich mich erschöpft oder ich schlafe. Nichts von dem, was ich heute tun wollte, ist geschafft.

Ich sitze hier in meiner Schreibklause und schaue aus meinem geöffnete Dachfenster in die Sonne, die sich langsam vom Tag verabschiedet und fühle mich unendlich leer…es ist, als ob ich etwas aus mir entlassen habe ohne zu wissen, was kommt. Eine seltsame Leere. Nicht unangenehm…aber ich fühl mich etwas fremd. Ich blinzel in eine Welt, die mir völlig fremd und ganz neu erscheint.

Vielleicht bin ich so etwas ähnliches wie neu geboren. Vielleicht hat dieses Gefühl, dieses Sein keinen Namen und braucht auch keinen.

Einzig weiß ich, dass ich mit tiefer Demut vor dem Leben und Dankbarkeit für die Überstunden meines Schutzengels gesegnet bin.

DANKE

Meine üblichen Schlußzeilen wollen mir heut nicht wirklich aus den Fingern fließen, denn heut ist irgendwie alles anders.

SO bin ich dankbar.

SO bleib ich dankbar.

Alle Zeit voller Demut vor dem Leben.  SAM

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4 Kommentare

  • Liebe SAM,

    was für ein Erlebnis! Ich hatte sowas auch mal, als ich bei einem Sturm versucht habe, unsere Pferdchen ins Freie zu bringen und mir plötzlich die Backsteine um die Ohren flogen…
    Ich finde diese Erlebnisse schrecklich und bereichernd zugleich (falls alles gut ausgeht), da sie einen lehren, die Dankbarkeit fürs Leben neu zu erfahren.

    Ich wünsche dir erstmal ein bisschen Erholung.
    Liebe Grüße,
    Marie

    • Lehrreich und schrecklich zu gleich, da hast Du Recht Marie…ich hätte gern drauf verzichtet, aber offensichlich hatte ich etwas zu lernen…seufzh.

      SAM

  • Liebe SAM,
    oh mein Gott, da kannst du wirklich dankbar sein! Ich hab richtig mitgezittert beim Lesen! Bei uns ist noch nichts angekommen von Unwetter, und ich hab über die Schwüle gestöhnt. Dein Bericht zeigt mir, dass man oft viel zu wenig dankbar ist.
    Nach so einem Erlebnis brauchst du wirklich nichts von dir verlangen, erst mal wieder bei dir ankommen und froh sein. Ich wünsche dir eine erholsame Nacht und gute Besserung in allen Bereichen!
    LG
    Sybille

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